Tot bist du Perfekt


 


Du schlägst die Augen auf und etwas stimmt nicht. Du weißt nicht, was dir passiert ist. Du liegst in einem fremden Bett. In einem Krankenhaus. Neben dir steht dein Mann Tim, ein erfolgreicher Unternehmer. Er hat Tränen in den Augen, weil du – seine geliebte, perfekte Frau – am Leben bist. Du denkst, du hättest einen schweren Unfall gehabt. Doch dann sagt Tim: Wir haben jahrelang daran gearbeitet, dass ich dich wiederbekommen konnte …

Du entdeckst dein Leben wie mit fremden Augen. Du ahnst Gefahr, aber du weißt nicht, wo genau sie lauert. Du weißt nur: Du musst wachsam sein. Denn irgendwo in deinem schönen Haus, bei deinen Liebsten liegt der Grund dafür – der Grund, warum du vor Jahren gestorben bist.

 

 

Biografie

 

JP Delaney wurde mit seinem ersten Thriller »The Girl Before« weltweit zum Star: Der Roman erschien in 45 Ländern und stand an der Spitze der internationalen Bestsellerlisten. Seitdem setzt JP Delaney mit seinen genialen Ideen und rasanten Romanen neue Standards im Thriller-Genre. Sein neuester Roman »Tot bist du perfekt« erzählt die erschreckend reale Geschichte dessen, was passieren kann, wenn künstliche Intelligenz Einzug in unser Leben hält.

 

 

Das Buch ist in der Du Perspektive geschrieben das heißt man muss sich da erstmal reinfinden.

 

Ich muss sagen die Story ist mal was ganz neues und ist auch ein bisschen Psycho aber eben total Spannend.

 

***Achtung Spoiler***

 

Abbie erwacht im Krankenhaus an der Seite von ihrem Ehemann Tim dem IT Unternehmer und Visionär.

Abbie hat keine Ahnung was passiert ist und warum sie im Krankenhaus ist angeblich hatte sie einen Unfall.

 

Aber Abbie hatte keinen Unfall den Abbie ist auch kein Mensch den Abbie ist ein Cobat.

Ein Cobat ist ein Companion Roboter geschaffen von ihrem Ehemann Tim.

 

Abbie ist vor 6 Jahren beim Surfen „angeblich“ ertrunken und aufs Meer rausgetrieben worden sein da keine Leiche gefunden wurde.

 

Tim der das verschwinden nicht verkraftet hat von Abbie entwickelt daraufhin den Cobat Abbie.

Abbie ist aber so entwickelt das sie selbstständig denken kann fängt an, an der Geschichte zu zweifeln und findet schnell raus das die Geschichte so nicht stimmt.

 

 

****Spoiler Ende***

 

Im ganzen Buch nimmt man Abbie aber irgendwie als Mensch war und nicht unbedingt als Roboter, auch will man endlich wissen warum das Ganze. Ist Tim wirklich der Liebende Ehemann? Ist Abbie wirklich beim Surfen verschwunden? Es ist ein Spannender aber verwirrende Story die mir nach und nach auch richtiges lese Vergnügen bereitet hat.

 

Leseprobe

 1

Du hast wieder diesen Traum, in dem du am Lichterfest mit Tim in Jaipur bist. Rundum strahlt und funkelt alles, erleuchtet von Laternen, Feuerwerk, flackernden Kerzen. Innenhöfe schimmern wie Teiche aus Licht, Hauseingänge sind mit Mustern aus bunter Reispaste geschmückt. Die Luft ist erfüllt vom dunklen Dröhnen der Trommelschläge und dem hellen Klirren von Zimbeln. Von der wogenden Menschenmenge lässt du dich mitziehen zu einem Markt, wo Händler dir Platten voller Süßspeisen anbieten. Spontan bleibst du an einer Bude stehen, an der eine Frau wunderschöne hinduistische Muster auf Gesichter malt. Der Sandelholzduft der Pinsel vermischt sich mit dem beißenden Geruch von Feuerwerkskörpern und dem Aroma von Caju, gerösteten Cashewnüssen. Während die Frau mit raschen, versierten Bewegungen deine Haut bemalt, tanzt eine Gruppe junger Männer mit blauen Gesichtern vorbei, die muskulösen Oberkörper nackt. Kurz darauf kommen die Männer zurück, tanzen nur für dich, ernsthaft und konzentriert. Mit dem letzten Strich malt dir die Frau ein Bindi zwischen die Augen. Sie sagt, der rote Punkt zeige an, dass du eine Ehefrau bist, eine Frau, die über alles Wissen der Welt verfügt. »Aber ich bin gar nicht verheiratet!«, protestierst du erschrocken, weil du fürchtest, gegen irgendwelche einheimischen Regeln zu verstoßen. Doch dann hörst du Tims Lachen, siehst die kleine Schachtel, die er aus der Tasche zieht, und noch bevor er inmitten des Getümmels auf ein Knie sinkt, weißt du, dass es jetzt so weit ist, dass er es wirklich tun wird, und das Herz fließt dir über.

 

»Abbie Cullen«, beginnt Tim, »seit du in mein Leben gestürmt bist, weiß ich, dass wir zusammengehören.« Dann wachst du auf. Alles tut weh, am schlimmsten die Augen. Grelles Licht verursacht pochende Kopfschmerzen, dein Nacken ist steif, die Wirbelsäule fühlt sich wund an. Maschinen surren und piepen. Ein Krankenhaus? Hattest du einen Unfall? Du versuchst die Arme zu bewegen, doch sie fühlen sich starr an, du kannst die Ellbogen kaum beugen. Mit Mühe gelingt es dir, dein Gesicht zu berühren. Dein Hals ist komplett bandagiert. Du musst wirklich irgendeinen Unfall gehabt haben, erinnerst dich aber nicht daran. So was kommt mitunter vor, denkst du. Nach Autounfällen verlieren Menschen manchmal das Gedächtnis. Hauptsache, du lebst. Hatte Tim am Steuer gesessen? Und war Danny bei euch? Bei der Vorstellung, dass Danny oder Tim tot sein könnten, erschrickst du so sehr, dass du keine Luft mehr kriegst. Irgendetwas an der piependen Maschine hat eine Schwester herbeigerufen. Du siehst die Taille einer Frau in blauem Krankenhauskittel. Etwas wird reguliert, aber der Schmerz ist zu schlimm, um den Kopf zu bewegen. »Sie ist aufgewacht«, murmelt die Frau. »Gott sei Dank.« Tims Stimme. Er lebt also. Und ist sogar bei dir. Du bist unendlich erleichtert. Dann beugt er sich über dich. Er trägt sein übliches Outfit – schwarze Jeans, graues T-Shirt, weiße Basecap –, sieht aber hager aus, und die Falten in seinem Gesicht wirken tiefer.

»Abbie«, sagt er. »Abbie.« Tränen glitzern in seinen Augen, was dich in helle Panik versetzt. Tim weint sonst nie. »Wo bin ich?« Deine Stimme klingt rau. »In Sicherheit.« »Hat es einen Unfall gegeben? Ist Danny am Leben?« »Danny geht es gut. Sei ganz ruhig. Ich erklär dir alles später.« »Hatte ich Operationen?« »Später. Ich versprech’s dir. Wenn du dich kräftiger fühlst.« »Ich fühl mich aber schon kräftiger.« Das stimmt wirklich: Die Schmerzen lassen nach, Benommenheit und Erschöpfung lösen sich auf. »Es ist unglaublich«, sagt Tim, nicht zu dir, sondern zu der Schwester. »Absolut verblüffend. Sie ist es wahrhaftig.« »Ich habe geträumt«, sagst du. »Von deinem Heiratsantrag. Es war so schön.« Bestimmt wegen der Narkose, sagst du dir. Da wird alles farbiger. Da gab es doch so eine treffende Wendung in irgendeinem Theaterstück. Wie lautete die noch gleich? Einen Moment lang kannst du dich nicht erinnern, aber dann, mit einem seltsamen, fast schmerzhaften Klack, fällt es dir ein. Dass ich, wenn ich erwache, schrei und weine, weil ich wieder träumen möchte. Tim stehen immer noch Tränen in den Augen. »Sei nicht traurig«, sagst du zu ihm. »Ich lebe. Das ist doch das Wichtigste, oder? Wir sind alle drei am Leben.« »Ich bin nicht traurig«, erwidert Tim und lächelt unter Tränen. »Ich bin glücklich. Menschen weinen auch, wenn sie glücklich sind.« Das wusstest du eigentlich. Aber trotz der restlichen Benommenheit spürst du, dass diese Tränen nicht so sind, als würde alles wieder gut werden. Hast du deine Beine verloren? Du versuchst die Beine zu bewegen und spürst sie – schwerfällig und steif – unter der Decke. Gott sei Dank.

Tim scheint eine Entscheidung zu treffen. »Ich muss dir etwas erklären, Liebste«, sagt er und ergreift deine Hand. »Das fällt mir nicht leicht, aber du musst es wissen. Was du da erlebt hast, war kein Traum. Es war ein Upload.«

 

 2

Dein erster Gedanke ist, dass du halluzinierst, dass diese Situation hier der Traum ist, nicht die Szene mit dem Heiratsantrag. Was Tim da über technisches Zeug wie Mind Files und neuronale Netze redet, ist dir vollkommen unverständlich. »Ich verstehe nicht, was du meinst. Willst du mir sagen, dass irgendwas mit meinem Gehirn nicht stimmt?« Tim schüttelt den Kopf. »Nein. Ich sage dir, dass du künstlich bist. Eine künstliche Intelligenz mit Bewusstsein … geschaffen von Menschen.« »Aber mir geht es gut«, erwiderst du verwirrt. »Schau, ich kann dir drei beliebige Sachen über mich erzählen. Mein Lieblingsgericht ist Salade Niçoise. Letztes Jahr war ich wochenlang sauer, weil meine Lieblingskaschmirjacke von Motten zerfressen wurde. Ich gehe fast jeden Tag schwimmen …« Du hältst inne. Deine Stimme kann deine zunehmende Angst nicht zum Ausdruck bringen, sondern klingt monoton und krächzend. Ähnlich wie die Stimme von Stephen Hawking. »Die Sache mit der Jacke ist vor sechs Jahren passiert«, sagt Tim. »Ich habe sie aber behalten. Deine ganzen anderen Kleider auch.« Du starrst ihn an und versuchst zu begreifen. »Ich krieg das hier wohl gerade nicht gut hin.« Tim zieht einen Zettel aus der Tasche. »Schau mal – das hab ich für unsere Investoren geschrieben. Vielleicht ist das eine Hilfe.«

Häufige Fragen

1. Was ist ein Cobot?

Cobot ist eine Abkürzung für »Companion-Robots«, es handelt sich also gewissermaßen um einen künstlichen Gefährten. Forschungen mit Prototypen haben ergeben, dass die Anwesenheit eines Cobots die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen lindern kann, indem der Cobot Trost spendet, Gesellschaft leistet und emotional unterstützend wirkt.

 2. Inwiefern unterscheiden sich Cobots von anderen Formen künstlicher Intelligenz?

Cobots werden mit der Fähigkeit zur Empathie ausgestattet.

3. Ist jeder Cobot ein Unikat?

Ein Cobot gleicht äußerlich dem verlorenen Menschen. Dessen Äußerungen in den Social Media, Texte und andere Dokumente werden zu einer »neuronalen Datei« zusammengestellt, in der die Eigenarten und Charakterzüge der Persönlichkeit enthalten sind.

Da steht noch viel mehr, aber du kannst dich nicht länger konzentrieren und lässt das Papier sinken. Nur jemand wie Tim kann auf die Idee kommen, dass eine Frage-Antwort-Liste in so einer Lage hilfreich sein könnte. »Ja, das ist dein Beruf.« Deine Erinnerung kehrt zurück. »Du entwickelst künstliche Intelligenz. Aber das hat doch mit Kundenservice zu tun … Chatbots …« »Das stimmt«, fällt Tim dir ins Wort. »An so was habe ich tatsächlich gearbeitet, aber vor fünf Jahren.

Deine Erinnerung reicht nur so weit zurück. Nachdem ich dich verloren hatte, musste ich mich vor allem mit meiner Trauer befassen. Es hat all die Jahre gedauert, dich so weit zu entwickeln.« Es dauert eine Weile, bis du diese Worte verarbeiten kannst. Verloren. Trauer. Dir wird bewusst, was Tim dir da sagen will. »Du willst mir sagen, dass ich gestorben bin.« Ich starre ihn an. »Also, ich als realer Mensch bin gestorben. Vor fünf Jahren. Und du hast mich irgendwie in dieser Form wieder zum Leben erweckt?« Tim antwortet nicht. Deine Gefühle sind verworren. Da ist Fassungslosigkeit, aber auch Entsetzen, bei der Vorstellung, was Tim durchgemacht haben muss. Zumindest musstest du das nicht miterleben. Cobots werden mit der Fähigkeit zur Empathie ausgestattet. Und Danny. Du hast fünf Jahre seines Lebens versäumt. Beim Gedanken an Danny erfasst dich eine vertraute Wehmut. Eine Wehmut, die du dir sofort verbietest. Und beides – die Wehmut wie auch das Verbieten – fühlt sich so normal und vertraut an, dass es sich nur um deine eigenen Gefühle handeln kann. Oder? »Kann ich mich bewegen?«, fragst du und versuchst dich aufzusetzen. »Ja. Zu Anfang wirst du dich ein bisschen steif fühlen. Vorsicht!« Du stellst die Füße auf den Boden und versuchst, dich aufzurichten, aber deine Beine sind schwach. Tim hält dich gerade noch rechtzeitig fest. »Erst einen Fuß, dann den anderen«, sagt er. »Langsam Gewicht draufgeben. So ist es besser.«

Er stützt dich am Ellbogen, als du vorsichtig zum Spiegel gehst. Jeder Cobot gleicht äußerlich dem verlorenen Menschen. Das Gesicht, das dir über dem blauen Kittel entgegenblickt, ist dein Gesicht. Aufgequollen, mit Blutergüssen und einem Abdruck unter dem Kinn, wie von der Kordel eines Huts, den Soldaten bei einer Parade tragen. Aber du bist es. Nichts Künstliches. »Ich glaube dir nicht«, sagst du recht gelassen und bist plötzlich sicher, dass Tim Unsinn redet. Dass dein Mann – dein hyperintelligenter, dich liebender, aber zweifellos ziemlich obsessiver Mann – wahnsinnig geworden ist. Er hat schon immer zu viel gearbeitet, bis an seine Grenzen. Jetzt ist er offenbar komplett durchgedreht. »Das ist erst mal schwer zu begreifen, ich weiß«, sagt er leise. »Aber ich werde es dir beweisen. Schau.« Er greift in deinen Nacken, ertastet etwas unter deinen Haaren. Ein schmatzendes Geräusch, ein seltsames kaltes Gefühl. Dann wird deine Haut – dein Gesicht – abgestreift wie ein Taucheranzug, und darunter kommt ein harter, weißer Plastikschädel zum Vorschein.

 3

Du kannst nicht weinen, merkst du. So entsetzt du auch bist, du hast keine Tränen. Daran wird noch gearbeitet, sagt Tim ruhig. Sprachlos starrst du dieses grauenhafte Ding an, das aus dir geworden ist. Ein Crashtest-Dummy, eine Schaufensterpuppe. Hinter deinem Kopf ein Bündel Kabel wie ein grotesker Pferdeschwanz. Tim zieht dir die Gummihaut wieder übers Gesicht, und du bist wieder du. Aber die Erinnerung an dieses scheußliche glatte Plastikwesen hat sich dir ins Gedächtnis gebrannt. Falls du so was überhaupt hast. Und nicht nur ein neuronales Netz, oder wie man das nennt. Du siehst im Spiegel, dass dein Mund offen steht, Ausdruck von Verblüffung. Und du spürst, wie winzige Mechanismen unter deiner Haut surren und deinen Mund in diese Position ziehen. Als du genauer hinschaust, merkst du auch, dass dein Gesicht nicht ganz echt wirkt, etwa so als habe man deinen Kopf nach einem Foto gestaltet. »Lass uns nach Hause gehen«, sagt Tim. »Dort wirst du dich wohler fühlen.« Nach Hause. Wo ist das? Du weißt es nicht mehr. Dann – klack – stellt sich eine Erinnerung ein. Dolores Street im Zentrum von San Francisco. »Ich bin dortgeblieben«, fügt Tim hinzu. »Weil ich dort sein wollte, wo wir zusammen gelebt haben. Wo wir so glücklich waren.«……….

 

 

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