Weihnachten in dem kleinen Haus am Meer                                                   ***Werbung***

 

Alle lieben Weihnachten … besonders Lizzy Kingham. Doch in diesem Jahr will ihre Familie sie einfach nicht bei den Vorbereitungen unterstützen. Zwischen Tannenbaum und Weihnachtsbraten stellt Lizzy sich die Frage: Was würde passieren, wenn sie alles stehen und liegen ließe und sich eine Auszeit nähme? Gesagt, getan. Lizzy flüchtet an ihren Lieblingsort, ein Häuschen am Strand. Aber auch hier kann sie sich dem Weihnachtszauber nicht entziehen, und schon bald ist das Strandhäuschen mit Lichterketten dekoriert, und der Duft von Glühwein vermischt sich mit der salzigen Brise des Meeres. Doch irgendetwas fehlt, und Lizzy merkt, dass Weihnachten ohne ihre Familie einfach nicht das Gleiche ist …

 

Die Geschichte ist sehr gut und Flüssig geschrieben und alle Orte und Personen sind gut beschrieben.

 

Vom Titel hört es sich sehr gut an aber ich muss sagen so ganz kam ich nicht in das Buch nicht rein.

Einige Stellen im Buch sind einfach viel zu Hektisch und die Orte springen auch ziemlich hin und her und auch die Anzahl der Handelnden Personen ist sehr viel.

Einige Szenen sind aber durchaus Lustig und Unterhaltsam geschrieben und man kann sie aber auch gut nachvollziehen.

Den so manchmal denkt bestimmt jeder mal so wie Lizzy einfach mal dem ganzen Weihnachtszauber entkommen und nicht überall wo man ist drauf hingewiesen zu werden. Es fängt bei uns ja auch schon beim Einkaufen an, abends beim TV schauen die Weihnachtswerbung und beim Stadtbummel sind über all Weihnachtsmärkte und auch die Sozialen Netzwerke sind voll von Kekse, Deko und fragen nach dem Weihnachtsessen.

Keine frage es ist eine schöne Zeit aber ich für mich muss auch sagen es ist einfach zuviel und gar nicht mehr die ruhige Zeit die es einmal war.

Aber auch da muss ich sagen finde ich die Einsicht die Lizzy dann hat das Weihnachten ohne Familie einfach nicht geht und es nicht das gleiche ist.

Aber wird Lizzy am Ende dann doch ihr Weihnachten so Feiern wie sie es möchte? Das müsst ihr selber lesen und rausfinden.

 

Leseprobe

 

Kapitel 1

»Was machst du da?« Harley stand auf dem Treppenabsatz, die Fäuste geballt. Der Mann schaute sich in Harleys Zimmer um wie ein Vermieter auf der Suche nach einem Mangel, der ihn dazu berechtigte, die Kaution einzubehalten. Er betrachtete die originalen Plattenposter, die akustische Gitarre, die an der Wand lehnte, den Star Wars-Adventskalender, der über dem Bett hing. Der Mann drehte sich um und lächelte. Seine Zähne leuchteten weiß in seinem sonnengebräunten Gesicht. Er hatte den Kragen seines Rugbyhemds hochgeschlagen und trug das Haar so lang wie Peter Pan, doch Harley ließ sich nicht täuschen. »Wollte nur mal nachsehen, ob hier alles seine Ordnung hat.« Harley sah, dass die oberste Schublade seiner Kommode offen stand und dass seine Weihnachtskarten umgefallen waren. »Du hast meine Sachen angefasst.« Tony zuckte die Schultern. »Ich wollte mich nur vergewissern, dass …« »Dass was?« »Ich will eben nicht, dass hier was Komisches passiert.« Er nickte, wie um sich selbst zu bestätigen, dass es vollkommen in Ordnung war, in Harleys Sachen herumzuschnüffeln. Harley spürte, wie ihm ganz heiß wurde. Ein Adrenalinschub, der irgendwohin musste.

Sein Zimmer befand sich unterm Dach. Es war früher einmal, als das Haus noch die Wochenendvilla eines reichen viktorianischen Kaufmanns war, das Mädchenzimmer gewesen. Durch das große runde Fenster, von dem aus man den Hafen sehen konnte, fiel helles Licht bis in den Flur. Als sie hier eingezogen waren, war Harley ganz begeistert gewesen von dieser Aussicht und hatte stundenlang zugesehen, wie die Fischerboote einliefen und die Fischer ihren Fang löschten. Er wusste genau, wovon Tony redete. Drogen. Es war das typische Vorurteil von Leuten wie Tony gegenüber Jungs wie Harley. Bloß weil Harleys Vater schwarz war und im Gefängnis saß. »Lass die Finger von meinen Sachen.« Tony kam aus dem Zimmer und baute sich vor Harley auf. Der Mann war fast einen Kopf größer und bestimmt zehn Kilo schwerer. Aber Harley war ein geübter Kämpfer. Er trainierte jeden Tag im Boxclub und ging viermal pro Woche joggen, bei jedem Wetter. Tonys Augen waren so eisig wie das Meer draußen. »Das ist mein Haus«, sagte er mit einem drohenden Unterton. »Wenn’s dir hier nicht gefällt, kannst du gern zu deinem Vater ziehen.« Dann grinste er hämisch. »Ach nein, das geht ja gar nicht, da, wo der grade untergebracht ist.« Er lachte in sich hinein. Harley machte einen Schritt auf ihn zu. »Sag das noch mal.« Tonys Blick ging zur Seite, als hoffte er auf Verstärkung. Hinter ihm befand sich die Treppe. Plötzlich wirkte er gar nicht mehr so selbstsicher. »Ich wollte dich nur ein bisschen aufziehen«, sagte er. »Verstehst du keinen Spaß?« Tony war nervös, das sah Harley an seiner Körpersprache.

Sie standen so dicht voreinander, dass Harley seinen Atem riechen konnte. Schokolade. Tony hatte Schokolade gegessen. »Hast du dich aus meinem Adventskalender bedient?« Tony blinzelte. »Nur heute. Nummer zweiundzwanzig.« »Das Türchen hatte ich noch gar nicht aufgemacht!« Tony hob die Schultern. »Morgen kannst du ja wieder eins aufmachen.« »Mein Vater hat mir den Kalender geschickt.« Harley schaute Tony herausfordernd an. Er sah, wie Tony krampfhaft nach einer passenden Antwort suchte. Der Mann war nicht so mutig, wie er tat. Am Ende grinste er schief und machte eine Kopfbewegung. »Geh zur Seite, sei ein braver Junge.« Harley rührte sich nicht. »Wehe, du gehst noch mal in mein Zimmer.« Einen Moment lang herrschte Stille. Harley hörte das Blut in seinen Ohren rauschen. Der Druck war so groß, dass er glaubte, gleich zu explodieren. Dann hob Tony eine Hand und stupste Harley mit dem Zeigefinger gegen die Brust. »Das ist nicht dein Zimmer«, sagte er und unterstrich jedes Wort mit einem Stoßen seines Fingers. »Du vergisst, dass das hier mein Haus ist. Wenn ich dich rauswerfen will, dann mach ich das.« Bei jedem Stoß wurde der Druck größer. Harley hatte schon oft von rotem Nebel gehört. Jetzt wunderte er sich, dass dieser Nebel nicht weihnachtlich hellrot war, sondern tiefdunkel und gefährlich wie Blut. Er packte Tony am Hemd und schüttelte ihn wie ein Hund eine Ratte. »Immer mit der Ruhe, Junge.« Tony machte einen Schritt zurück. Jetzt stand er am Rand des Treppenabsatzes. Harley müsste ihm nur einen leichten Stoß versetzen. Niemand wusste, dass er im Haus war. Es würde ihn also niemand verdächtigen. Es würde aussehen wie ein Unfall. Der arme alte Tony Brice, in seinem eigenen Haus die Treppe runtergestürzt. Noch dazu so kurz vor Weihnachten.

 

Kapitel 2

Der Postbote Mick ging zügig die Hauptstraße entlang und zog seinen Handwagen hinter sich her. Er trug einen Fleecepullover und Shorts, weil er immer Shorts trug, egal, wie das Wetter war. »Uuh, ich friere ja schon, wenn ich Sie nur ansehe …«, sagten die Leute, aber er konnte es nun mal nicht ausstehen, dick in Klamotten eingepackt zu sein. Er spürte gern die kalte Luft an der Haut. Knackig frisch. Es mussten schon Minusgrade herrschen, ehe er sich eine lange Hose anzog. Im Winter machte ihm sein Job besonders viel Spaß. Heutzutage bekamen die Leute nur noch Bußgeldbescheide, Rechnungen und Wurfsendungen, und ihre Mienen hellten sich nicht mehr auf, wenn sie den Briefträger erblickten. Aber kurz vor Weihnachten war das anders. Sein Zustellwagen war voll bepackt, denn in dieser Kleinstadt wohnten noch Leute, die einander tatsächlich Weihnachtskarten schickten. Astley-in-Arden lag weit genug von Birmingham entfernt, um als eigenständig zu gelten. Es war klein genug, um den Bewohnern ein Gefühl von Zugehörigkeit zu geben, aber groß genug, um über eine Auswahl an guten Geschäften und Restaurants zu verfügen, sodass man nicht gezwungen war, weit zu fahren. Es gab eine breite Hauptstraße mit einer Mischung aus georgianischen Häusern aus rotem Backstein und schwarzweißen Fachwerkbauten. Und in diesem historischen Umfeld konnte man alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens finden – von chemischen Reinigungen über exquisite Weinläden bis hin zu indischen Schnellrestaurants.

Astley-in-Arden war so gut wie perfekt. Und die Vorweihnachtszeit war hier auch richtig schön. Um die kahlen Äste der Eichen, die die Straßen säumten, wurden Lichterketten gewickelt, deren winzige Glühlampen silbriges Licht spendeten. Die Schaufenster wurden mit Lametta und Christbaumkugeln geschmückt. Auf dem Marktplatz wurde ein riesiger Weihnachtsbaum aufgestellt, vor dem die Schüler der örtlichen Schule samstagsnachmittags Weihnachtslieder sangen und für gute Zwecke Geld sammelten. Das Einzige, was Astley jetzt noch fehlte, um die Weihnachtsstimmung abzurunden, war ein bisschen Schnee, dachte Mick. Mit erfahrenem Blick schaute er in den Himmel hoch, konnte jedoch keinerlei Anzeichen für bevorstehenden Schneefall entdecken, nur ein paar Wölkchen, die träge dahinzogen. Im Gegensatz dazu schienen die Leute in den Straßen heute ganz besonders aufgedreht zu sein. Drei Tage, bevor alles tagelang dichtmachte, lief den Leuten die Zeit davon. Inzwischen hatte Mick auf seiner Tour die Geschäftsmeile hinter sich gelassen und die Wohnhäuser erreicht. Hier ging es langsamer voran, weil die Leute an die Tür kamen, wenn sie ihn sahen, entweder um ihn zu begrüßen oder sich zu bedanken oder gespannt nachzusehen, ob die Weihnachtsgeschenke, die sie im Internet bestellt hatten, rechtzeitig eintrafen, denn wenn nicht, würden sie noch einmal in aller Eile in die nächstgrößere Stadt Leadenbury oder sogar bis nach Birmingham fahren müssen. Es war jedes Jahr das Gleiche: Die Leute erledigten ihre Weihnachtseinkäufe in allerletzter Minute. Das würde sich vermutlich nie ändern. Schließlich blieb er vor dem Pepperpot Cottage stehen. Das Haus stand am Ende der Hauptstraße, kurz vor der Straße nach Stratford-on-Avon.

Es war sehr schmal, nur so breit wie ein Zimmer, dafür drei Stockwerke hoch, und mit seinem spitzen Reetdach erinnerte es ein wenig an einen Pfefferstreuer, was wohl seinen Namen erklärte. Während Mick gerade die Weihnachtskarten für die Kinghams aus seinem Wagen kramte, ging die Tür auf, und Lizzy Kingham erschien auf der Schwelle. Sie trug einen mit Rentieren bedruckten Fleece-Schlafanzug und einen Haarreif mit Rentiergeweih auf dem Kopf. In ihren Locken befanden sich Spuren von Mehl und Kuchenteig. Durch die Haustür gelangte man direkt ins Wohnzimmer, von dem aus eine Treppe nach oben führte. Mick erspähte schiefe Wände, einen abschüssigen Boden und eine Kaminecke. Er war noch nie im Haus gewesen, was er bedauerte, denn es lud einen regelrecht ein, es zu betreten. Es war immer erfüllt von Lachen und Musik und Küchendüften. Jetzt gerade roch es aus der Küche nach Schokolade, und im Radio lief ein Stück von Slade. »Mick!«, rief Lizzy aus. »Endlich erwische ich Sie mal. Meistens bin ich ja längst weg, wenn Sie kommen. Aber seit heute bin ich frei – gestern war mein letzter Arbeitstag. Hurra!« Sie hielt eine Flasche Rotwein hoch, an der eine goldene Schleife prangte. »Für Sie! Simon sagt, es ist ein guter Tropfen.« »Das wäre aber nicht nötig gewesen«, sagte Mick, nahm die Flasche jedoch dankbar entgegen. Die Zeiten, in denen die Leute dem Postboten Trinkgeld gaben, waren längst vorbei, aber ein paar von seinen Stammkunden machten ihm ab und zu Geschenke, was ihm eigentlich noch viel lieber war als Geld. »Oooh, ein Châteauneuf-du-Pape! Den hebe ich mir für eine besondere Gelegenheit auf. Vielen Dank.« »Keine Ursache«, sagte Lizzy und nahm die Weihnachtskarten entgegen. Sie ging sie durch, betrachtete eine davon stirnrunzelnd und blickte dann auf, als ihr bewusst wurde, wie unhöflich sie war.

»Das riecht aber gut«, sagte Mick. »Gefüllte Brownies. Sie brauchen leider noch zehn Minuten.« Lizzy verzog das Gesicht. »Mir bleiben noch drei Tage, um alles vorzubereiten. Das schaff ich nie.« »Klar schaffen Sie das«, sagte Mick. »Ich weiß gar nicht, warum alle Leute so ein Gewese machen.« »Ich möchte einfach, dass alles perfekt ist«, erwiderte Lizzy aufgeregt. »Und ich hab noch nicht mal den Baum aufgestellt. Ist das zu fassen?« Mick lachte. »Davon geht die Welt nicht unter.« Sie schaute ihn mit gespielter Empörung an. »Es ist erst Weihnachten, wenn der Baum geschmückt ist.« »Sie kriegen das schon hin«, sagte Mick. »Da mach ich mir keine Sorgen.« Lizzy nickte. »Hoffen wir’s.« Sie lächelte ihn an, und ihre blauen Augen funkelten, aber Mick fand, dass sie müde wirkte – und bei der Weihnachtspost war etwas, das ihr Sorgen bereitete, das merkte er daran, dass sie immer wieder einen Blick auf die Karten in ihrer Hand warf, während der Weihnachtsohrwurm Merry Christmas Everybody aus der Küche ertönte. »Dann wünsche ich Ihnen viel Glück bei Ihren Vorbereitungen«, sagte Mick und legte eine Hand auf den Griff seines Wagens. »Danke, Mick«, sagte Lizzy und hob eine Hand zum Gruß. Dann verschwand sie im Pepperpot Cottage und schloss die Tür, sodass kein Schokoladenduft und auch keine Musik mehr aus dem Haus drang.

 

 

 

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